Spezialität

Endodontie

Die Endodontologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Zahninneren, also der Zahnnerven in ihren Wurzelkanälen. Erkrankungen in diesem Bereich entstehen in aller Regel durch eingedrungene Bakterien. Der Nerv entzündet sich und stirbt letztendlich ab.

Bleibt dieser Zustand unbehandelt, können starke Schmerzen auftreten und der Zahn verloren gehen.

Moderne Behandlungsmethoden können es ermöglichen, einen erkrankten Zahn zu erhalten. Ziel der Therapie ist es, das entzündete oder erkrankte Gewebe zu entfernen, die Wurzelkanäle gründlich zu desinfizieren und die Wurzelkanäle anschliessend so dicht wie möglich zu füllen und den Zahn dauerhaft zu stabilisieren.

Bei dem verständlichen Wunsch nach Zahnerhalt sollte berücksichtigt werden, dass diese Behandlungen mit hohen Anforderungen (an den Spezialisten) verbunden sind. Neben den relativ einfach zu behandelnden Hauptkanälen gibt es viele Verzweigungen, Querverbindungen und pro Quadratmillimeter Dentin bis zu 40.000 kleine Kanälchen, die nicht oder nur sehr eingeschränkt zu behandeln sind. In diesen Rückzugsbereichen können Bakterien aus dem abgestorbenen Nervengewebe bestimmte Eiweißzerfallsprodukte produzieren, die das Immunsystem überfordern können oder toxisch wirken (umso mehr bei Anwesenheit von Quecksilber aus Amalgamfüllungen oder häufigem Verzehr von Seefisch). Jede selbst perfekt ausgeführte Wurzelkanalbehandlung stellt eine potenzielle Quelle für Immun- oder toxische Belastungen dar.

Neben dem Aufwand bei der Wurzelkanalbehandlung entscheiden daher die individuelle Konstitution sowie ein intaktes Immunsystem über den langfristigen Erfolg einer endodontischen Maßnahme.

Unser GANZHEITLICHER Blick

Hier schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Seit jeher habe fühle ich mich dem Zahnerhalt verpflichtet, weiß mittlerweile aber auch über die möglichen Folgen (unzureichend) wurzelbehandelter Zähne, und das nicht nur im Kiefer. Eine Entscheidung sollte hier immer kritisch und individuell getroffen werden

Dr. Peer-Carsten Pohl
Master of Science in Parodontologie

Einfach erklärt

Was passiert bei einer Wurzelbehandlung?

Im Inneren jedes Zahns befindet sich der sogenannte Zahnnerv, auch Pulpa genannt. Dieser enthält Nervenfasern und Blutgefäße und versorgt den Zahn von innen. Gelangen Bakterien durch Karies oder Verletzungen in diesen Bereich, kann es zu einer schmerzhaften Entzündung kommen.

Bei einer Wurzelbehandlung wird das entzündete Gewebe vorsichtig entfernt. Anschließend werden die Wurzelkanäle gründlich gereinigt und desinfiziert. Danach werden sie dicht verschlossen, um zu verhindern, dass erneut Bakterien eindringen.

Zum Abschluss wird der Zahn meist mit einer Füllung oder Krone stabilisiert, sodass er wieder normal belastet werden kann.

IM ÜBERBLICK

Aspekte einer endodontologischen Behandlung

Folgende Aspekte sind im Rahmen einer Wurelknalbehandlung zu beachten:

Zahnerhalt

Die Behandlung ermöglicht es, einen stark geschädigten oder entzündeten Zahn zu erhalten, anstatt ihn entfernen zu müssen.
Dadurch kann die Kaufunktion erhalten werden.

Schmerzlinderung

Durch die Entfernung des entzündeten Gewebes werden Schmerzen und Druckgefühle im betroffenen Zahn deutlich reduziert.

Ausmaß des Defektes

Je nachdem, wie lange die Erkrankung schon besteht oder wie ausgedehnt die Entzündung ist, sollte die Entscheidung für eine Wurzelkanalbehandlung kritisch betrachtet werden

Allgemeinerkrankungen

Bei chronischen oder Autoimmunerkrankungen ist von Wurzelkanalbehandlungen abzuraten

Aufwand

Um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen sind zeitaufwendige Maßnahmen erforderlich, die nicht mit dem Wirtschaftlichkeitsgebot der gesetzlichen Krankenkassen zu vereinbaren sind.Je nach Situation ist ggf. die Behandlung durch einen Spezialisten sinnvoll.

Spezialität

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?

Eine Wurzelbehandlung wird empfohlen, wenn der Zahnnerv entzündet ist und der Zahn erhalten werden soll. Typische Anzeichen sind:

  • anhaltende Zahnschmerzen

  • Empfindlichkeit auf Wärme oder Kälte

  • Druckgefühl oder Schwellung am Zahn

  • dunkle Verfärbung des Zahns

Eine Wurzelbehandlung wird durchgeführt, wenn der Zahnnerv entzündet oder bereits abgestorben ist. Typische Symptome können starke Zahnschmerzen, eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Wärme oder Kälte sowie Druckempfindlichkeit beim Kauen sein.



In manchen Fällen treten jedoch zunächst kaum Beschwerden auf. Eine Erkrankung kann dann erst durch eine zahnärztliche Untersuchung oder eine Röntgenaufnahme erkannt werden.

Eine frühzeitige Behandlung ist besonders wichtig, da sich Entzündungen im Wurzelbereich sonst weiter ausbreiten und auch umliegende Gewebe oder den Kieferknochen betreffen können.

Schritt für Schritt erklärt

Der Ablauf einer endodontologischen Behandlung

1. Beratung und Diagnostik

Zu Beginn erfolgt eine gründliche Untersuchung. Mithilfe von Röntgenaufnahmen werden Lage und Ausdehnung der Entzündung sowie die Anatomie der Wurzelkanäle beurteilt.
Wir besprechen die individuelle Situation und klären gemeinsam unter Berücksichtigung alle Faktoren,  ob ein Erhaltungsversuch des Zahnes mit einer Wurzelkanalbehandlung sinnvoll erscheint.

2. Vorbereitung des Zahns

Ist ein Zahn bereits stärker zerstört, wird er zunächst mit einer Füllung wieder aufgebaut. Anschließend wird er mit einem Kofferdam – einem speziellen Latexgummi – von der restlichen Mundhöhle isoliert. Dadurch wird verhindert, dass Bakterien über den Speichel in den Zahn gelangen oder Spüllösungen verschluckt werden.

3. Reinigung der Wurzelkanäle

Nachdem die Wurzelkanäle lokalisiert und ihre Länge bestimmt wurden, wird das entzündete oder abgestorbene Nervengewebe entfernt. Die Kanäle werden anschließend gründlich gereinigt und desinfiziert. Dieser Schritt ist entscheidend für den langfristigen Behandlungserfolg und besonders zeitaufwendig.

4. Wurzelkanalfüllung

Nach der Reinigung werden die Kanäle dicht verschlossen, um eine erneute Infektion zu verhindern.

5. Zahnersatz

Abschließend wird der Zahn mit einem Stift,  einer Füllung oder Krone versorgt, um Stabilität und Funktion wiederherzustellen.

Wichtige Hinweise

Nachsorge nach einerWurzelbehandlung

Eine sorgfältige Nachsorge ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Behandlung.

  • Gründliche Mundhygiene – mindestens zweimal täglich Zähneputzen, Zahnseide oder Interdentalbürsten

  • Regelmäßige Kontrolltermine – zur Überprüfung des Behandlungserfolgs

  • Abschließende Versorgung – in einigen Fällen empfiehlt sich eine Krone, um den Zahn dauerhaft zu stabilisieren.

  • Es empfiehlt sich, mit speziellen Blutuntersuchungen zur kontrollieren, ob eine Immunreaktion auf Eiweißabbauprodukte aus "toten" Zähnen vorliegt.

faq

Häufige Fragen zu Endodontologie

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?

Bei Entzündungen oder Infektionen des Zahnnervs, um Schmerzen zu beseitigen und den Zahn zu erhalten.

Tut eine Wurzelbehandlung weh?

Dank moderner Betäubungsverfahren ist eine Wurzelbehandlung in der Regel schmerzarm. Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als deutlich angenehmer als die Beschwerden, die durch die Entzündung verursacht werden.

Wie lange hält ein wurzelbehandelter Zahn?

Bei sorgfältiger Behandlung und guter Mundhygiene kann ein wurzelbehandelter Zahn viele Jahre oder sogar Jahrzehnte erhalten bleiben. Regelmäßige Kontrollen tragen zum langfristigen Erfolg bei.
Grundsätzlich besteht jedoch ein leicht erhöhtes Fraktrurrisiko für wurzelbehandelte Zähne.

Kann ich den Zahn nach der Behandlung normal belasten?

Nach Abschluss der Behandlung kann der Zahn in der Regel wieder normal belastet werden. In den ersten Tagen kann jedoch eine vorübergehende Empfindlichkeit auftreten.